Herzenswünsche

für eine gesunde Zukunft

Familienplanung

Was passiert mit Ihrem Körper während der Schwangerschaft?

Eine Schwangerschaft verändert den Körper. Wenn Sie einen Herzfehler haben, können Sie oder Ihr ungeborenes Kind unter diesen Veränderungen leiden. Weil aber jedes Herz anders ist, sollten Sie sich vorher gut informieren, was eine Schwangerschaft für Sie bedeutet.

Eine Schwangerschaft betrifft den gesamten Körper. Nicht nur der Bauch wächst, sondern es werden auch mehr Hormone ausgeschüttet, die die Durchblutung fördern und den Puls (oder die Herzfrequenz) steigen lassen. Das Herz muss deutlich mehr Arbeit leisten und pumpt 50 % mehr Blut pro Minute (Herzminutenvolumen) als vor der Schwangerschaft durch den Körper. Diese Veränderung erfolgt schrittweise. Sie setzt etwa in der sechsten Schwangerschaftswoche ein und nimmt bis zu den Wehen und der Geburt stetig zu. Zum Zeitpunkt der Geburt kann die Belastung doppelt so hoch wie vor der Schwangerschaft sein. Atemfrequenz und Puls steigen dadurch an. In der Mitte der Schwangerschaft fällt der Blutdruck ab. Ein großer Babybauch kann Druck auf die Blutgefäße (Venen) ausüben, wodurch z. B. die Beine anschwellen können (Ödeme).

Die Schwangerschaft wirkt sich auch auf die Atmung aus: Bis zur Geburt steigt die Luftaufnahme von 7,5 l auf 11 l pro Minute. Zu diesem Anstieg kommt es, weil das Gewebe mehr Sauerstoff benötigt und mehr Kohlendioxid ausgestoßen werden muss. Die Atemfrequenz steigt ebenfalls und die Atemzüge werden tiefer. Auch kann eine schwangere Frau größere Mengen Luft einatmen.

Das Herz-Kreislauf-System muss während der Geburt noch härter arbeiten. Blutdruck und Puls steigen bei den Presswehen um ein Weiteres. Auch das Herz schlägt schneller und muss mehr leisten. Mit jeder Kontraktion wird Blut aus der Gebärmutter herausgepresst. Bis zu 0,5 l gelangen so zurück in den Blutkreislauf.

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Eine vaginale Geburt ist generell am günstigsten und der Gynäkologe kann die letzte Phase der Geburt zum Beispiel mit einer Saugglocke unterstützen.
Nach der Geburt kehrt Ihr Körper langsam wieder in seinen Normalzustand zurück. Auch der Kreislauf normalisiert sich nach rund vier Wochen.

Herzfehler und Schwangerschaften

Bevor Sie schwanger werden, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, wie Ihr Herzfehler Sie oder Ihr ungeborenes Kind beeinflussen kann. Wenn Sie einen angeborenen oder z. B. durch rheumatisches Fieber erworbenen Herzfehler haben, müssen Sie das bei Ihrer Schwangerschaftsplanung berücksichtigen. Ein Herzfehler spricht normalerweise nicht gegen eine Schwangerschaft. Es gibt aber Fälle, in denen eine Schwangerschaft ein zu hohes Risiko für Mutter oder Kind darstellt.

Ob Sie ein Kind austragen können, kann Ihr Kardiologe mit verschiedenen Untersuchungen wie Belastungstests oder einem umfassenden Herz-Kreislauf-Check feststellen. Die wichtigste Untersuchung ist die Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens), gefolgt von einer Herz-Magnetresonanztomographie (MRT). Eine Computertomographie (CT) oder eine Herzkatheteruntersuchung werden eher selten durchgeführt.

Diese Untersuchungen dienen Ihrem Kardiologen als Grundlage, um Sie richtig zu beraten. Ihr Kardiologe sollte Sie auch während Ihrer Schwangerschaft untersuchen. Ideal ist es, wenn Ihr Kardiologe, Gynäkologe und Ihre Hebamme eng zusammenarbeiten: Der Kardiologe kümmert sich um Ihr Herz, während der Gynäkologe und die Hebamme die Entwicklung Ihres Kindes im Auge behalten. Wenn Sie einen schweren Herzfehler haben, werden Sie wahrscheinlich an die Geburtshilfe-Abteilung eines Universitätsklinikums überwiesen, wo mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Bei weniger schwerwiegenden Herzfehlern sind Sie auch in einer kleineren Geburtshilfe-Klinik gut aufgehoben.

Medikation

Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, sprechen Sie auf jeden Fall zuerst mit Ihrem Kardiologen, bevor Sie schwanger werden. Einige Medikamente können nämlich dem Fötus schaden oder andere nachteilige Wirkungen haben. Ein Beispiel dafür ist Warfarin, das die Blutgerinnung beeinflusst. Einige Arzneimittel müssen Sie vielleicht absetzen und stattdessen auf ein anderes Medikament umsteigen.

Bestehen Risiken?

Welche Schwangerschaftsrisiken bei welchem Herzfehler auftreten, lässt sich nicht verallgemeinern, weil diese von der Art der Herzerkrankung abhängen. Bisherige Operationen und Katheterinterventionen müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Leichte Herzfehler wie ein kleiner Vorhofseptumdefekt oder Ventrikelseptumdefekt bedeuten in der Regel nur ein sehr geringes Risiko für eine Schwangerschaft, wohingegen zyanotische Herzfehler ein wesentlich höheres Risiko darstellen.

Weil jedoch jedes Herz einzigartig ist, sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Kardiologen über Ihren Kinderwunsch sprechen. Ihr Kardiologe kann Sie über die Risiken informieren und weiß auch, welche Behandlungen es z. B. für Patientinnen mit hohem Risiko gibt. In einigen Fällen kann es sein, dass Ihnen von einer Schwangerschaft abgeraten wird.

Sind Herzfehler vererbbar?

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Wenn die Mutter einen angeborenen Herzfehler hat, besteht ein Risiko von 5 bis 6 %, dass ihr Kind ebenfalls mit einem Herzfehler geboren wird. Hat der Vater einen angeborenen Herzfehler, liegt das Risiko bei etwa 2 % (das allgemeine Risiko beträgt 0,8 %). Das heißt jedoch nicht, dass das Kind den gleichen Herzfehler wie der Elternteil bekommt.

Verhütung

Wenn es um die Wahl des besten Verhütungsmittels geht, sprechen Sie am besten mit Ihrem Kardiologen und Ihrem Gynäkologen darüber. Mit der Antibabypille geht das Risiko von Blutgerinnseln einher, wogegen in die Gebärmutter eingesetzte Verhütungsmittel wie die Spirale zu einem Endokarditisrisiko führen können. Eine Endokarditis-Prophylaxe ist notwendig, wenn diese Verhütungsform gewählt wird.

Es gibt zwei Arten von Antibabypillen: die herkömmliche Pille und die so genannte „Mini-Pille“. Nur bei der herkömmlichen Pille besteht das Risiko, dass sich Blutgerinnsel bilden. Die Mini-Pille hat dagegen den Nachteil, dass sie weniger zuverlässig vor einer Schwangerschaft schützt und zu Menstruationsproblemen wie Zwischenblutungen führen kann.