Herzenswünsche

für eine gesunde Zukunft

Rituale zu verschiedenen Anlässen

Immer wieder kommen bestimmte Anlässe wie Geburtstage, Sterbetag, Weihnachten, Ostern, Allerheiligen, … - ein Tag, an dem vielleicht die Taufkerze/Trauerkerze bewusst angezündet werden kann. Bei diesen Anlässen ist es ratsam, immer einen „Plan“ zu haben und sich darauf vorzubereiten!

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Überlegungen – was mache ich an diesem Tag?

  • Geburtstagstorte backen und gemeinsam die Kerzen anzünden und die Torte verspeisen
  • Fotokollage machen
  • an einem Lieblingsplatz eine Kerze anzünden
  • einen Zweig vom Christbaum auf das Grab bringen
  • etwas gemeinsam Basteln zb: Kerze, Schiffchen
  • eine Rakete in den Himmel steigen lassen mit einem Brief
  • Luftballons steigen lassen
  • eine Wanderung machen
  • ins Grüne fahren und einen Spaziergang machen
  • ein Konzert besuchen
  • Freunde einladen
  • Kurzurlaub machen
  • Sonnenaufgang genießen
  • Sonnenuntergang genießen
  • Musizieren
  • einen Baum pflanzen
  • ins Kino gehen
  • Samen säen
  • Erinnerungsalbum machen
  • auf den Friedhof gehen
  • Zeit mit Familie und Freunden verbringen
  • in der Sonne liegen und sich wärmen lassen
  • ein Lagerfeuer machen und rundum sitzen

1  Himmelsgeburtstag
1 Himmelsgeburtstag Ans Meer Mitgenommen
2 Himmelsgeburtstag1
2 Himmelsgeburtstag2
4 Himmelsgeburtstag1
5 Himmelsgeburtstag1
6 Himmelsgeburtstag1
Allerheiligengesteck 10
Allerheiligengesteck 7
Geburtstag
Gedenkecke
Schmetterling
Weihnachten Anton
Weltgedenktag Verstorbene Kinder 2017
Weltgedenktag Verstorbene Kinder 2017 1
World Wide Candlelightning Anton

Vorschläge: Verabschiedung/Begräbnis

  • Ablauf Verabschiedung (mit Trauerredner, Bestatter)
  • Ablauf Totenwache
  • Ablauf Gottesdienst
  • Texte
  • Musik/Lieder

PDFs zum Download

Geschwisterkinder trauern

Stirbt ein Kind, stirbt auch ein Teil der Familie. Und jedes Mitglied leidet. Auch die Geschwisterkinder.

Wenn Kinder trauern

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Kinder trauern, im Gegensatz zu Erwachsenen punktuell - in plötzlich auftretenden heftigen Schüben. Danach scheint wieder alles gut. Doch dem ist oft nicht so. Eltern müssen viel Geduld aufbringen.

  • Kinder und Jugendliche leben in der Gegenwart. Sie verharren nicht in dem Trauergefühl, wenn gerade Spaß oder Ausgelassenheit im Vordergrund stehen. Sie können „switschen“, hinein- und hinausschlüpfen aus dem Trauerprozess.
  • Ebenso werden unterschiedliche Gefühle gleichzeitig oder im raschen Wechsel erlebt. Der Trauerrhythmus ist wilder, sprunghafter, rascher.
  • Die Trauer kann sich in Aggressionen, heftigen Wut- und Zornausbrüchen äußern. Diese können sich gegen sich selbst, andere Menschen und gegen Tiere oder Gegenstände richten.
  • Manchmal ist die Trauerreaktion für Erwachsenen nicht sichtbar, da das Kind anfangs so ist wie „immer“, was nicht heißt, es ist nicht traurig. Aggressionen, die oft auftauchen können, oft ein halbes Jahr später, werden nicht in Zusammenhang mit dem Todesfall gebracht. Somit ist ein Kind oft unverstanden und allein.
  • Sowohl in Träumen als auch in den Vorstellungen und Tagträumen können sich Sehnsüchte nach dem Verstorbenen zeigen.
  • Schlussendlich können Jugendliche und Kinder Verhaltensweisen oder Eigenschaften, also bestimmte Gesten des Verstorbenen oder die Art zu sprechen, annehmen. Hier drückt sich die Sehnsucht nach dem Verstorbenen, etwas von ihm festzuhalten, aus.

Kinder brauchen in dieser Zeit

  • vertraute Bezugspersonen
  • die Situation altersgerecht erklären
  • feste Rituale (zu Bett gehen)
  • viel Zuwendung
  • ehrliche Gefühle
  • darüber sprechen dürfen
  • keine Geheimnisse
  • alle Gedanken und Reaktionen der Kinder zulassen
  • etwas Basteln und zum Grab bringen (vielleicht eine Schatzkiste platzieren, in die jeder etwas reinlegen kann)

Jugendliche brauchen in dieser Zeit

  • in alles miteinbezogen werden
  • Gesprächspartner (Erwachsene und Gleichaltrige)
  • neutralen Raum wo sie sich Gedanken machen dürfen über Gefühle, Tod, Trauer, Abschied, Trennung, Suizidgedanken (hier Kontakt mit einer Beratungsstelle aufnehmen)

Daher, Kinder und Jugendlichen direkt nach einem Todesfall bereits Miteinbeziehen!

  • möchten sie nochmal den Verstorbenen sehen, ein Kreuzzeichen auf die Stirn machen, streicheln, die Hand halten, einen Kuss geben (die Kinder entscheiden selbst ob und wann sie in das Zimmer gehen möchten)
  • wie soll die Trauerfeier sein
  • den Sarg bemalen
  • welche Kleidung ziehen wir dem Verstorbenen an
  • Kerze verzieren
  • Blumen aussuchen
  • welche Musik wird gespielt
  • werden Luftballons fliegen
  • möchten wir etwas mit auf die Reise geben (Zeichnung machen, Kuscheltier, Kettchen, einen Brief, Fotos)

Männer und Frauen trauern anders

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Trauer ist die natürliche Reaktion des Menschen auf einen Verlust. Die Welt verändert sich von heute auf morgen und Betroffene müssen lernen mit den neuen Lebensbedingungen zu leben.Trauer ist ein Prozess, der für jeden Menschen anders abläuft. Die Dauer und die Intensität des Trauerweges sind so unterschiedlich wie Menschen sind. Körperliche Schmerzen, wie zum Beispiel Stechen in der Brust, Atemnot, Schlaflosigkeit,.. gehören ebenso dazu wie seelische Schmerzen: Wut, Zorn, Ohnmacht, aber auch Gefühle von Erleichterung, Dankbarkeit und vieles mehr.

In der Trauer fühlen sich viele Menschen von ihrer Umgebung, von Freunden nicht verstanden, nicht wahr- und ernstgenommen. Der tiefe Schmerz und das Ausmaß der Gefühle sind für Außenstehende kaum nachvollziehbar. Jeder Mensch trauert anders, dies sollte jeder akzeptieren und respektieren! Gemeinsam Seite an Seite den Weg der Trauer gehen mit seinen Höhen und Tiefen. Männer und Frauen trauern unterschiedlich, je nach ihren erziehungsbedingten und hormonellen Gründen.

4 verschiedene Phasen der Trauerarbeit

1. Trauerphase: Nicht-Wahrhaben-Wollen

Der Tod eines Menschen schockiert immer, auch wenn er nicht unerwartet kommt. Verzweiflung, Hilflosigkeit, Leugnung des Todes, man will es nicht glauben, Erstarrung, Apathie, manche Menschen geraten außer Kontrolle, brechen zusammen, … Diese Phase kann wenige Stunden bis mehrere Wochen dauern.

2. Trauerphase: Aufbrechende Emotionen

Gefühle bahnen sich nun ihren Weg. Leid, Schmerz, Wut, Zorn, Freude, Traurigkeit und Angst, je nach der Persönlichkeitsstruktur des Trauernden herrschen verschiedene Gefühle vor. Hadern mit Gott: warum lässt Gott das zu, was habe ich getan? Schuldgefühle: was hätte ich tun können, sollen, müssen? Fragen und Zweifel: was soll nun aus mir werden? Vorwürfe; wie konntest du mir das antun? Warum immer ich? Die Dauer dieser Phase lässt sich nur schwer abschätzen, man spricht etwa von ein paar Wochen bis zu mehreren Monaten.

3. Trauerphase: Suchen und Sich-Trennen

Auf jeden Verlust reagieren wir mit Suchen. Der reale Mensch wird gesucht, Orte der Erinnerung aufgesucht, in anderen Menschen werden die Gesichtszüge des Verstorbenen gesucht, Gewohnheiten zum Teil übernommen. Gemeinsame Erlebnisse als Teil der Beziehung werden wie Edelsteine gesammelt, innere Zwiegespräche helfen bei Entscheidungen und Beziehungsklärung, es entsteht oft ein starkes Begegnungsgefühl. Das ist sehr schmerzlich, aber auch sehr schön. Je mehr gefunden wird, was weitergegeben werden kann, umso leichter fällt eine Trennung vom Toten, von der Toten. Dieses Suchen lässt aber auch oft eine tiefe Verzweiflung entstehen, weil die Dunkelheit noch zu mächtig ist. Suizidale Gedanken sind in dieser Phase relativ häufig. Diese Phase kann Wochen, Monate oder Jahre dauern.

4. Trauerphase: Neuer Selbst- und Weltbezug

Nachdem man seinen Schmerz herausschreien, anklagen und Vorwürfe machen durfte, kehrt allmählich innere Ruhe und Frieden in die Seele zurück.
Langsam erkennt man, dass das Leben weitergeht und dass man dafür verantwortlich ist. Es kommt die Zeit, in der man wieder neue Pläne schmieden kann. Der Trauerprozess hat Spuren hinterlassen, die Einstellung des/der Trauernden zum Leben hat sich meist völlig verändert. Der/Die Verstorbene bleibt ein Teil dieses Lebens und lebt weiter in den Erinnerungen und im Gedenken.

Im Allgemeinen sollte man wissen:

Es gibt 4 unterschiedliche Reaktionen, wie man mit der Trauer umgeht.

Fühlen, Denken, Handeln, Vermeiden

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Fühlen

Diese Menschen reagieren emotional. Sie weinen, schreien, fühlen die Traurigkeit am ganzen Körper und haben das Gefühl ihr Herz zerbricht!

Denken

Diese Menschen überlegen, was kann ich noch tun, was hätte ich noch machen können. Sie lesen Bücher über Trauer und sprechen eher sachlich über das geschehene. Sie werden kaum eine Trauergruppe aufsuchen.

Handeln

Diese Menschen werden aktiv und möchten etwas tun. Sie organisieren selbst die Abschiedsfeier, kümmern sich um Betroffene, arbeiten immer mehr und gönnen sich keine Ruhe.

Vermeiden

Diese Menschen gehen Gesprächen mit anderen Menschen aus dem Weg. Sie schieben die Gedanken an das schreckliche Ereignis unbewusst oder bewusst beiseite. Sie meiden Orte der Erinnerung, es schmerzt sie zu sehr.

Alle diese Reaktionen dürfen und müssen sein.

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Jeder fängt an einer anderen Stelle an, aber jeder wird alle 4 Phasen durchlaufen – in seinem eigenen Tempo: tun, denken, handeln, vermeiden. Dann kann man seine Trauer gut in das Leben integrieren und der Schmerz wird zur bedingungslosen Liebe gewandelt.

Wer nur fühlt, dies kann zu Depressionen führen. Wer nur denkt, dies kann zu Schlafstörungen führen. Wer nur handelt, und die Gefühle vermeidet, dies kann dazu führen, dass die Kräfte schwinden und Erkrankungen wie Magen-Darm-Probleme, Angststörungen, … auftreten.

Unterschiede in der Trauer

Frauen weinen oftmals viel, auch in der Öffentlichkeit kann es sein das geweint wird. Sie schämen sich oftmals, weil sie ja auch stark sind wie die Männer. Manche Frauen reden darüber, dies tut ihnen gut, und andere sind viel für sich alleine. Beides ist wichtig und richtig! Frauen zünden Kerzen an, gehen oft zur Grabstelle, besuchen Trauergruppen.

Männer weinen weniger und ganz selten in der Öffentlichkeit. Die meisten haben nicht gelernt, über ihre Gedanken und Gefühle zu sprechen. In der Beziehung übernehmen sie meist den Part des Beschützenden und Starken, jedoch ist das gar nicht notwendig.

Männer dürfen auch trauern und Tränen zeigen, sie müssen nicht immer stark sein! Innerhalb der Familie sprechen sie selten über den Verlust des Kindes, im engsten Freundeskreis ist es auch schwierig, da keiner weiß wie man damit umgeht! Auch in Bezug der Sexualität reagieren Männer und Frauen oftmals unterschiedlich. Der Mann kann oft nicht verstehen warum die Frau im Moment keine Nähe aushält.

Wichtig für beide ist:

  • Ein stabiles soziales Umfeld
  • Informationen über Trauerreaktion des anderen Geschlechts
  • Ein stabiles Selbstwertgefühl
  • Gesundheit und gesunde Ernährung
  • Rückzugsmöglichkeiten
  • Gesprächsmöglichkeiten
  • Bewegung, frische Luft
  • Ein geregelter Tagesablauf
  • Eine eigene Lebensphilosophie, die Hoffnung und Halt gibt.
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Tipp:

Auch eine gemeinsame Gesprächstherapie kann helfen, auch wenn oftmals dies verstärkt der Wunsch der Frau ist und der Mann zu Beginn nur „ihr zuliebe“ mitgeht. Es ist wichtig, für den Weg der Trauer, für sich, einen Ort und die Zeit zu finden, wo man in Ruhe mit seinem Partner über alles sprechen kann.

Gestaltung der Verabschiedung, Aufbahrung in der Kirche und der Gedenkstätte

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Betstunde
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Grab
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Grab Begrñbnis
Grab Bei Der Erstkommunion
Grab Ostern 2017
Grab Weihnachten 2016
Grab Weihnachten 2017
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Literaturvorschläge

Manchmal kann ein Buch eine Hilfe sein. Vielleicht ist es ein Ratgeber, der die eigene Trauer verständlicher macht – manchmal ein Erlebnisbericht, …

Erfahrungsaustausch

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Stirbt ein Kind, stirbt auch ein Teil der Familie. Wo finde ich jemanden, der eine vergleichbar Erfahrung gemacht –und überlebt hat? Wer sagt mir, dass meine Gedanken und Gefühle überhaupt noch normal sind?

Trauer ist ein Prozess, der für jeden Menschen anders abläuft. Die Dauer und die Intensität des Trauerweges sind so unterschiedlich wie Menschen sind.

Wir haben dazu auf Facebook eine geschlossene Gruppe erstellt (gemeinsam kämpfen - gemeinsam trauern ♥ Herzkinder Österreich ♥), wo sich verwaiste Eltern in einem geschützten Rahmen austauschen können.

https://www.facebook.com/groups/357853840926155/